Dem Sieg folgte der Heiratsantrag

5. Dezember 2005
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Von Martina Kasprzak

Die glücklichste SSC-Spielerin war gestern nach dem Sieg allerdings Mittelblockerin Patricia Wolf. Ihr Freund Enrico Thormann machte ihr nach dem Abpfiff vor den Zuschauern einen Heiratsantrag: "Wir sind jetzt seit sechs Jahren zusammen. Du bist die Liebe meines Lebens. Willst du mich heiraten." Mit glänzenden Augen kam die Antwort von Patti: "Ja, ich will!" Die SSC-Damen sowie die Fans feierten die Beiden überschwänglich.

Doch vor diesem schönen Moment stand für die Schützlinge von Tore Aleksandersen ein hartes Stück Arbeit. "Im ersten Satz war es das beste Volleyball, was ich in dieser Saison gesehen habe", sagte hinterher Dresdens Coach Arndt Ludwig. In der Tat. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Der SSC behielt aber erst einmal die Oberhand und ging mit 16:12 in Führung. Da passte vieles: druckvoller Aufschlag, präzise Angriffe und eine gute Annahme. Doch die Gäste kamen wieder ran. So ging es immer hin und her, bis auf einmal der SSC 21:23 zurücklag. Doch auch die Schwerinerinnen holten wieder auf. Die Halle tobte bereits jetzt. Beim 32:31 versenkte SSC-Kapitän Sylvia Roll den dritten Satzball. Dresden hatte zuvor fünf nicht verwandeln können.

Das schien der Mannschaft um Spielführerin Jana Müller einen Knacks gegeben zu haben. Denn im zweiten Durchgang schaltete und waltete der Gastgeber wie er wollte. Der SSC zog sein Spiel konsequent durch und enteilte über 10:3, 20:8 auf 25:15 – die 2:0-Satzführung war perfekt.

Doch bei den SSC-Damen scheint es ohne ihre berühmten Hänger nicht zu gehen. Sie bauten mit ihren Fehlern in der Annahme und im Angriff den Gegner regelrecht auf. Dresden seinerseits agierte fortan aggressiver. Zwar bemühten sich die Gastgeberinnen, doch die letzte Konsequenz fehlte. So ging dieser dritte Abschnitt mit 25:18 an den DSC.

Auch im vierten Satz hatten die Aleksandersen-Schützlinge ihren Rhythmus immer noch nicht wieder gefunden und lagen schnell mit 10:16 hinten. Diesen Vorsprung ließen sich Jana Müller und Co. nicht mehr nehmen: 25:20 – damit war der Satzausgleich perfekt.

Nun musste der Tiebreak entscheiden. Zweimal Patricia Wolf und zweimal Tina Gollan brachten ihr Team mit 4:0 in Front. Aber nachdem die lange SSC-Angreiferin dann ihren Aufschlag ins Netz haute und anschließend Julia Retzlaff dreimal in Folge ebenfalls ins Netz semmelte, stand es 4:4. Allerdings hätte hier Kathleen Weiß, die ansonsten gut zuspielte und auch als beste SSC-Akteurin ausgezeichnet wurde, erkennen müssen, dass Julia in dieser Phase nicht mehr mit ihren Angriffen durchkam und hätte auf die andere Seite spielen müssen.

Die Zuschauer gaben alles, genauso wie die Spielerinnen auf dem Parkett. Als beim 11:9 für den SSC sich Dresdens beste Akteurin, Heike Beier, am Finger verletzte und ausgewechselt werden musste, schien der Satz beim 13:10 gelaufen. Aber die Gäste kämpften weiter und als Tina Gollan beim 13:12 geblockt wurde – ging das Nervenspiel weiter. Letztendlich verwandelteCathrin Schlüter mit einem Block gegen DSC-Angreiferin Jana Müller unter riesigem Beifall den Matchball. Noch minutenlang ließen sich die Schwerinerinnen von den Zuschauern verdient feiern.

Schwerin: Gollan, Schlüter, Roll, Weiß, Wolf, Retzlaff – Dörendahl; Kasperski, Schumann, de Oliveira.

Dresden: Swietonska, Fürst, Müller, Beier, Ssuschke, Matthes – Tzscherlich; Apitz, Karg, Kestner.

SR: Fattah/Barnstorf (Berlin/ Mahlow). Z.: 780. Spielzeit: 121 (32, 20, 24, 25, 20) Minuten.


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