Dem Gastgeber ordentlich Paroli geboten

3. Dezember 2005
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ist aber am Ende vor allem an einer gescheitert: Johanna Reinink, dem 1,90 m großen Leuchtturm im Team des USC. Als die umkämpfte Partie in ihre finale Phase ging, und der SSC im vierten Satz nach 4:8-Rückstand 15:12 in Front lag, entschied die 31-Jährige das Aufeinandertreffen fast im Alleingang. Ein zielgenauer Ball die Linie entlang, zwei Aufschlag-Asse, eine prächtige Abwehr-Aktion – und schon war der SSC wieder hinten. Natürlich versenkte die Außenangreiferin auch den Matchball. Nach 99 Minuten gewann Münster das Spiel 3:1 (25, 21, -16, 23).

Der Sechser von SSC-Trainer Tore Aleksandersen überließ zunächst den Gastgeberinnen zu sehr die Initiative. Der USC erzeugte über den Aufschlag viel Druck und zerlegte Schwerins Annahmeriegel phasenweise in seine Einzelteile. Weil der SSC aber erstaunliche Nehmer-Qualitäten bewies und selbst im Angriff (Sylvia Roll) sehenswert zurückschlug, blieb der Abschnitt bis in die Schlusssequenzen spannend. Schlussendlich stolperte Schwerin über die hohe Fehlerquote im Aufschlag. Trainer Tore Aleksandersen hatte sieben Fahrkarten gezählt. "Zu viele", befand der Norweger, auch die Annahme ärgerte ihn. "Wir waren fest. Vielleicht waren einige zu aufgeregt."

Im dritten Satz gezeigt, was im Team steckt

Nachdem Münster den zweiten Satz relativ souverän gewonnen hatte, deutete einiges auf den ersten 3:0-Erfolg des Titelverteidigers in der noch jungen Saison hin. Doch die Norddeutschen rissen sich zusammen, festen Willens, die Partie zu drehen. Der USC geriet aus der Spur, beging viele leichte Fehler. Als im dritten Abschnitt nichts mehr zu retten war, reagierte Büring und schickte nahezu die komplette Bank auf das Feld. Zu Beginn des vierten Durchgangs kehrte der Stamm fast komplett zurück. Ein wenig erholt und beseelt von neuem Tatendrang. Minuten lang wogte die Auseinandersetzung hin und her. Das Spiel wurde hektisch, sehr unglückliche Entscheidungen der unsicheren Schiedsrichter trugen entscheidend dazu bei. Eine allerdings behielt bis zuletzt kühlen Kopf: Johanna Reinink blieb gestern die Ruhe in Person.


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