Auch ohne Ball immer am Ball

21. April 2020
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© Michael Dittmer

„Das wäre schon ungewohnt. Aber vielleicht kann so eine Phase für Sportler auch mal ganz gut sein, um Körper und Geist mal eine Ruhepause zu geben, die man sonst jahrelang nicht hat. Das kann sicher auch viel Positives auslösen und neuen Elan geben. Langweilig würde es sicher trotzdem nicht. Man könnte es ja eh nicht ändern, sondern muss einfach weitermachen.“

Das sagte Anna Pogany, Libera des SSC Palmberg Schwerin, Mitte März angesichts einer im Raum schwebenden Saisonkürzung der Volleyball Bundesliga. Einen Tag später war von jetzt auf gleich Schluss. Sechs Wochen später ist Anna, zurück bei den Eltern in Bayern, tatsächlich noch gut drauf: „Mir fällt noch nicht die Decke auf dem Kopf, ich habe mehrere Sachen zu tun und bin recht eingespannt. Damit geht es mir gut.“

Vor allem hat die 25-Jährige gerade ihren Vertrag beim SSC um eine dritte Saison verlängert. „Ich bin superfroh, noch eine Saison in Schwerin zu bleiben. Ich hab hier Top-Bedingungen und ein super Trainerteam“, freut sich die Nationalspielerin. „Den Mix aus jungen und erfahrenen Spielerinnen, der sich abzeichnet, finde ich gut. Es ist schön, dass mehrere Spielerinnen bleiben werden, die sich hier auskennen und an einem Strang ziehen können, um die Visionen und Ziele von Verein und Trainern umzusetzen. Das wird wieder ein gutes Team werden, da habe ich keine Bedenken.“ Dass sie selbst ein essentieller Baustein in diesem Gefüge ist, betont SSC-Cheftrainer Felix Koslowski ausdrücklich: „Anna ist eine Top-Spielerin auf ihrer Position und mittlerweile eine ganz feste Säule unseres Spiels. Das ist eine ganz wichtige Personalentscheidung für mich.“

Vielleicht dauert es bis zur Rückkehr nach Schwerin auch gar nicht mehr so lang, falls ein Gruppentraining bald wieder möglich wird. Bis dahin macht Anna das Beste aus ihrer Zeit in Bayern. „Ich habe einen guten Tagesrhythmus, eine gute Routine gefunden. Vormittags mache ich mein Training, nachmittags Unisachen. Ich habe noch zwei Module VWL für den Bachelor abzuschließen. Das Volleyballtraining geht mir natürlich ab, auch das Treffen mit Freunden. Aber ich genieße es schon, auch mal richtig Zeit mit der Familie zu haben, das passiert bei uns ja eher selten. Wenn man morgens gut in den Tag startet und einen Rhythmus hat, mit verschiedenen Sachen am Ball bleibt, läuft es, da bin ich eigentlich zufrieden.“

Und das, obwohl Corona in Bayern deutlich verbreiteter und präsenter ist als in MV, auch in Annas Bekanntenkreis. An den letzten beiden Wochenenden hat Anna deshalb gern eine Aktion ihres Freundes unterstützt: „Seine Familie hat eine Edelbrennerei, und sie hatten dazu aufgerufen, dass bei ihnen alte Schnäpse, Weine, Liköre abgegeben werden. Daraus brennen sie dann 80-prozentigen Alkohol. Den haben wir an Apotheken geliefert, damit Desinfektionsmittel draus gemacht werden können. Da habe ich praktisch das ganze Wochenende lang nur Flaschen geöffnet“, lacht die Schweriner Abwehrchefin. „Aber ich hab das sehr gern gemacht.“

Bleib guter Laune und guter Gesundheit und auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen in Schwerin, Anna!

ssc-intern [kawi]


© Eckhard Mai

© Ecki Raff

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