"Wir haben in der Statistik unsere Angriffe erfolgreicher abgeschlossen, haben besser angenommen und sind dennoch als Verlierer vom Feld gegangen. Das darf nicht passieren", so der Coach weiter, der allerdings verletzungsbedingt auf Tina Gollan verzichten musste, dafür rückte erneut Libero Linda Dörendahl auf Außen.

Und während seine Spielerinnen nach Spielschluss mit leeren Gesichtern auf dem Hallenboden saßen, marschierte Aleksandersen mitten durch den Pulk seiner Schützlinge, ohne diese nur eines Blickes zu würdigen. Wahrscheinlich hatte sich der Frust des Trainers auf der langen Rückfahrt schon wieder etwas gelegt, denn eigentlich war es keine schlechte Vorstellung seiner Truppe gewesen. "Ich bin einfach nur unglaublich enttäuscht. Wir müssen anders auftreten. Mit ein bisschen mehr Einsatz, hätten wir gewinnen können. Das ist das ärgerliche. Es wurde vor dem Spiel soviel versprochen. Leverkusen hat besser gekämpft und mehr Siegeswillen gezeigt", ärgerte sich Tore Aleksandersen noch gestern.

17 Aufschlagfehler sind einfach zu viel
Und wenn man den Spielverlauf sieht, dann ist seine Enttäuschung nur zu gut zu verstehen. Vor 500 Zuschauern legte sein Team im ersten Satz stark los. Vor allem Angela Kryvarot kam über Außen immer wieder zu Punkten und sorgte fast im Alleingang für eine 8:3-Führung, die bis zum 20:16 verteidigt wurde. Dann wurde es noch mal spannend, als Bayer ausglich (20:20), am Ende setzte sich jedoch der SSC durch.

Der zweite Durchgang verlief über weite Strecken nach dem Geschmack der Gäste. Über 17:12 und 20:16 schien der SSC dem 2:0 entgegenzustreben, dies wollte Leverkusens Nationalspielerin Maren Brinker aber verhindern. Und es gelang ihr. Sie sorgte wesentlich für die Führung ihres Teams (21:20) und somit für die Wende.

Im dritten Abschnitt rannten die Gäste ständig dem Bayer-Vorsprung hinterher, das Team präsentierte sich fehlerhaft und unkonzentriert. Insgesamt produzierte der SSC 17 Aufschlagfehler. Auch Kryvarot kam nicht mehr zum Zug, da sich Leverkusen besser auf sie eingestellt hatte.

Schwerin behauptete im vierten Durchgang mit einer nun starken Patricia Thormann permanent eine knappe Führung (13:11, 16:14, 20:18, 22:20), geriet dann aber mit 22:23 ins Hintertreffen und profitierte am Ende nicht zum ersten Mal von einer Entscheidung des Schiedsrichters Peter Zenner, der dem SSC das 26:25 "schenkte" und damit auch den Ausgleich einleitete.

Jetzt waren es die jungen Leverkusenerinnen, die von Beginn an dominierten. Schwerin lag schnell mit 1:6 hinten, da hatte Aleksandersen bereits beide Auszeiten genommen. Es half aber nichts.