Dabei fing es gar nicht gut für sein Team an. Kein Druck mit dem Aufschlag, die Annahme stand nicht besonders gut und auch im Angriff war man nicht auf der Höhe. So hatten die Gäste keine Mühe, sich schnell über 10:5, 18:10 und 24:16 abzusetzen. SSC-Außenangreiferin Angela Kryvarot verschlug dann eine Aufgabe und schon stand es 1:0 für die Roten Raben. Doch auf einmal ging ein Ruck durch die SSC-Damen und sie waren hellwach. Die Aufgaben kamen wesentlich druckvoller, Vilsbiburg offenbarte Schwächen in der Annahme. Die gesamte Schweriner Mannschaft steigerte sich in allen Bereichen, allen voran Angela Kryvarot. Sie zog damit auch ihre Teamkolleginnen mit. Schnell enteilte der SSC über 15:10 auf 24:17. So wie Schwerin noch im ersten Satz die Fehler produzierte, waren es jetzt die Gäste, die nicht mehr viel zustande bekamen. Logische Folge der Satzausgleich für den Gastgeber.

Danach entwickelte sich ein spannendes Match. Es wurde um jeden Punkt gekämpft. Zwar führte der SSC mit 7:4, doch ein paar Unkonzentriertheiten brachten auf einmal wieder die Raben mit 9:7 in Front. Doch der SSC ließ sich diesmal nicht aus der Verfassung bringen, wie teilweise in den vergangenen Partien geschehen. Das Spiel wogte hin und her. Immer wieder kam es zum Ausgleich: 13:13, 20:20, 23:23. Vilsbiburg konnte drei Satzbälle nicht verwandeln. Schwerin benötigte nur einen, da beim 27:26 der Block zupackte, der gestern insgesamt besser gestellt war. Schwerin zog weiter voll durch, enteilte in Durchgang vier auf 21:16. Ein paar leiche Fehler brachte Vilsbiburg bis auf 23:24 ran. Doch Angela Kryvarot schlug den Block an und machte damit den verdienten Sieg perfekt. Danach tanzten sie kurzweilig im Kreis und freuten sich, wie schon lange nicht mehr. "Ich kenne Tore. Ich wusste, dass dieses Spiel nicht einfach wird. Wir müssen das schnell vergessen und dann am Sonntag versuchen, in Wiesbaden Meister zu werden", sagte Raben-Coach Guillermo Gallardo. Er zeichnete Tina Gollan als beste SSC-Spielerin aus. "Ich fühle mich zwar sehr geehrt, aber ich kann diese Meinung nicht teilen. Für mich war Angy die Beste", so die 23-Jährige, die an ihre Teamkollegin den Blumenstrauß weiterreichte.

Heute machen sich die SSC-Damen auf den Weg nach Suhl. Dort müssen sie morgen um 17.30 Uhr antreten. Die Thüringerinnen siegten mit 3:2 (-16, 19, 23, -21, 13) in Leverkusen.

Der Dresdner SC kämpfte sich noch nach einem 0:2-Satzrückstand zum 3:2 (-22, -16, 16, 17, 9)-Sieg gegen Wiesbaden und hält die Meisterschaft noch offen. Vilsbiburg hat zwei Spieltage vor Ende jetzt noch vier Punkte Vorsprung auf den DSC.