Sportler entwickeln, Persönlichkeiten formen

Der VCO Schwerin führt den vielversprechendsten weiblichen Nachwuchs im mecklenburgischen Volleyball an den Profisport heran: Die jungen Mädchen messen sich, ausgestattet mit einem Sonderspielrecht, im normalen Wettkampfmodus mit den Erwachsenenmannschaften der zweiten Volleyball Bundesliga. „Hier kristallisiert sich heraus, wer wirklich bereit dazu ist, einen Schritt weiter zu gehen und eine Profikarriere ins Auge zu fassen“, sagt VCO-Cheftrainer Bart-Jan van der Mark. Die Verantwortung des Trainerstabes für die Mädchen umfasst dabei weit mehr als hervorragende Spielerinnen auszubilden, erklärt der Holländer seine Philosophie und Ansprüche:
„Beim VCO Schwerin werden die Mädchen nicht nur Volleyballerinnen, die Technik und Taktik beherrschen – es geht um den ganzen Menschen. Gerade in diesem Alter verändert sich viel, entdecken die Mädchen, dass es mehr im Leben gibt als Volleyball. Schule, Familie und Freunde fordern auch ihre Aufmerksamkeit, und es ist wichtig, die richtige Balance zu finden, denn wenn einer dieser Bereiche nicht funktioniert, läuft es auch im Sport nicht rund. Das ist viel Arbeit, nicht nur in der Halle, und steigert sich mit jedem Jahr im Volleyballsport mehr, vor allem, wenn Spielerinnen in die Jugendnationalmannschaft berufen werden.

Im Grunde gibt es vier Wege, die VCO-Spielerinnen von hier aus gehen können: Sie machen den Schritt in die Spitze, in die erste Bundesliga, so wie Michaela Wessely und Marie Holstein, die letztes Jahr schon Erfahrungen in der Erstligamannschaft des SSC sammeln konnten und jetzt in Erfurt bzw. Köpenick spielen. Oder die Mädchen entscheiden, dass sie zwar weitermachen wollen, aber nicht auf allerhöchstem Niveau, und suchen sich einen Verein in der zweiten Bundesliga, zum Beispiel Stralsund. Dann haben wir Spielerinnen wie Stine Raben oder Hanna Wagner, die mit einem Stipendium nach dem Abitur in die USA zum Studieren gehen. Und letztlich auch Mädchen die mit dem Sport aufhören, nicht immer freiwillig, sondern weil es zum Beispiel gesundheitliche Probleme so erzwingen. Auch das gehört zum Leistungssport dazu: zu lernen, dass man nicht alle Entscheidungen selber treffen kann, manche werden einem aus der Hand genommen. Damit muss man auch umgehen lernen.“