Die Volleyball Bundesliga: Home of Respect

Emotionen, Eleganz, Präzision, Power, Dynamik: Volleyball ist ein hochattraktiver, sehenswerter Mannschaftssport. In der deutschen Volleyball Bundesliga werden Werte wie Respekt und Gemeinschaft tatsächlich gelebt und sind in allen Hallen spürbar. Ihre Anziehungskraft speist sich aber auch aus der zunehmenden Professionalität der Liga, ist SSC-Chefcoach Felix Koslowski sicher:

„Die Liga wird immer anspruchsvoller, hat sich qualitativ gut entwickelt. Bei den Frauen spielen inzwischen locker sechs Teams vorn mit, das macht sie interessant und spannend. Wir sind zwar nicht die Türkei oder Italien, aber es gibt immer drei, vier deutsche Teams wie den SSC, die auch in europäischen Wettbewerben lange mitmischen. Noch vor wenigen Jahren war es praktisch undenkbar, dass eine Spielerin aus Deutschland nach Italien, in die Türkei, nach Asien wechselte. Inzwischen passiert das jedes Jahr. Das ist auch eine Wertschätzung unserer Liga und unserer immer intensiveren, komplexeren Arbeit.“

Alle Bundesliga-Spiele des SSC Palmberg Schwerin in der Saison 2019/20 finden sich hier im Überblick.

Wer holt sich die Krone 2020?

„Es sind nicht nur zwei, drei Mannschaften, die in Deutschland um die Meisterschaft spielen. Auch andere haben einen Geschmack darauf bekommen, wie Aachen mit zweimal Bronze in Folge, und Potsdam letzte Saison, und haben sehr gute Mannschaften aufgebaut“, blickt SSC-Chefcoach Felix Koslowski auf einen harten, offenen Konkurrenzkampf um den Meistertitel 2020 voraus. Scout Olaf Garbe hat die Teams unter die Lupe genommen:

Allianz MTV Stuttgart

Vom Meisterteam 2019 blieben nach neun Abgängen nur Krystal Rivers (D), Pia Kästner (Z), Roosa Koskelo (L) und Annie Cesar (L) in Stuttgart. Die Neuen sind durchgängig erfahrene Spielerinnen mit sehr viel individueller Qualität, unter anderem Ex-USC-Mittelblockerin Juliet Lohuis und die durchschlagskräftige Ex-Vilsbiburgerin Channon Thompson im Außenangriff. Die größte Aufgabe von Trainer Giannis Athanasopoulos ist sicherlich, das Team schnellstmöglich zusammenzuschweißen. 

Dresdner SC

Es lief wenig zusammen in Dresden in einer „Saison zum Vergessen“ 2018/19. Das ist abgehakt, mit einem extrem veränderten Kader will man wieder um Titel mitspielen: Lenka Dürr (L) soll Annahme und Abwehr stabilisieren, die genesene Piia Korhonen auf Diagonal punkten, stark unterstützt von Rückkehrerin Kadie Rolfzen, der Kroatin Lucija Mlinar und VCO-Toptalent Emma Cyris auf Außen. Im Block wird Jungnationalspielerin Camilla Weitzel eine wichtige Rolle zukommen. 

USC Münster

Auch Trainer Teun Buijs musste gleich acht Abgänge verkraften, inklusive der Schlüsselspielerinnen Lisa Thomsen (L) und Mareike Hindriksen (Z). Im Angriff werden die wieder genesene Ivana Vanjak und Jung-Nationalspielerin Lina Alsmeier wichtige Rollen spielen. Mit Sarah van Aalen gewann man eine talentierte holländische Zuspielerin für die „jungen Wilden“. Es fehlt wohl insgesamt etwas an Erfahrung im Kader, die man aber wie so oft in Münster durch jugendliche Unbekümmertheit und großen Kampfgeist wettmachen will. 

Ladies in Black Aachen

Aachen hat sich als Spitzenmannschaft etabliert. Dennoch muss Trainerin Saskia van Hintum nach acht Abgängen neu aufbauen. Mit Mareike Hindriksen (Z, USC) als spektakulärsten Zugang konnte man eine erfahrene Spielerin zurückholen, mit der man 2008 in die erste Liga aufgestiegen war; in den Block ist Tessa Polder vom SSC zurückgekehrt. Wenn man mit dem kleinen Kader gesund durch die kräftezehrende Saison kommt, ist wieder eine vordere Platzierung drin. 

VC Wiesbaden

Gleich acht Abgänge hat auch der VCW zu ersetzen, zudem trennte man sich von Trainer Dirk Groß. Um Urgestein Tanja Großer (AA) und Libera Lisa Stock muss Headcoach Christian Sossenheimer ein neues Team formen. Es wurden traditionell einige talentierte deutsche Spielerinnen verpflichtet (AA Lena Vedder und Julia Wenzel, D Frauke Neuhaus). Der VCW ist auch in dieser Saison sicherlich wieder ein unangenehmer Gegner. 

SC Potsdam

Das erste Bronze der Vereinsgeschichte im Rücken, den ersten Europapokal vor der Brust: Potsdam ist heiß auf weitere Erfolge. Der Kader von Trainer Guillermo Hernandez ist deutlich breiter aufgestellt. Mit Valerie Nichol (ehem. Stuttgart) und Rückkehrerin Denise Imodou hat man ein starkes Zuspiel-Duo, im Block sichert Lisa Gründing. Neuzugang Brittany Abercrombie auf Diagonal plus zwei angriffsstarken Außenangreiferinnen – die Spanierin Escamilla und Rückkehrerin Laura Emonts – sollen für mehr Variabilität im Angriff sorgen, um Topscorerin Drpa zu ersetzen. 

Rote Raben Vilsbiburg

Auch in Vilsbiburg will man eine wiederum enttäuschende Saison 18/19 mit einem komplett umgekrempelten Team vergessen machen. Im Zuspiel kommt Lena Möllers (DSC) zurück an ihre alte Wirkungsstätte. Mit Neira Ortiz (MB), Nikki Taylor (D) und Universalspielerin Jodie Guilliams (aus Aachen) konnte man starke Neuzugänge im Kader von Timo Lippuner präsentieren. 

VfB Suhl Lotto Thüringen

Zuletzt knapp verpasst, ist ein Playoffs-Platz wieder das Saisonziel. Mit Claudia Steger (AA), Anniek Siebring (AA), Tereza Patockova (D), McKenzie Jacobson (MB) und Taylor Bruns (Z) konnten die wichtigsten Stützen des Teams gehalten werden. Auf der Libera-Position setzt Trainer Mateusz Zarczynski auf das sehr talentierte Eigengewächs Sophie Tauchert. Wie dies funktioniert, wird essenziell für den Saisonverlauf sein. 

Schwarz-Weiss Erfurt

Dem dritten sportliche Abstieg in Folge zum Trotz wagt Erfurt erneut das Abenteuer 1. Liga, ab sofort mit dem jungen, engagierten Florian Völker als Trainer. Im Kader verblieben vier Spielerinnen, darunter die wichtige Zuspielerin Clarisa Sagardia. Namhaftester Neuzugang ist Jennifer Pettke (MB, RRV). Zudem konnten mit Diagonalspielerin Rica Maase und Libera Michelle Petter zwei Talente aus Dresden geholt werden, die hier sicherlich mehr Spielanteile bekommen werden.  

NawaRo Straubing

Nach der doch recht ordentlichen letzten Saison will man in Bayern 2019/20 sowohl spielerisch als auch tabellarisch ein Stück voranzukommen. Magdalena Gryka (Z) und die von Stuttgart ausgeliehene Julia Schäfer (AA) sind die namhaftesten Neuzugänge. Hinzu kommen zwei junge Norwegerinnen und Eigengewächs Ismaili. Gerade in der heimischen Halle ist das Team von Trainer Benedikt Frank sicherlich wieder ein unangenehmer Gegner 

Der Spielmodus der ersten Volleyball Bundesliga

Alle teilnehmenden Mannschaften tragen vom 03. Oktober 2019 bis zum 14. März 2020 zunächst eine Hauptrunde mit Hin- und Rückspiel aus.

In den anschließenden Playoffs haben im Viertelfinale (Platzziffern 1-8; 2-7; 3-6; 4-5) die besser platzierten Mannschaften nach der Hauptrunde zunächst Heimrecht. Die Spielpaarungen für das Halbfinale (Platzziffern 1-4; 2-3) und Finale (Platzziffern 1-2) ergeben sich ebenfalls aus den Platzierungen nach der Hauptrunde. Der Sieger der Playoffs ist Deutscher Meister.

Die Playoffs werden in folgendem Modus gespielt:
Viertelfinale: “best of three”; Halbfinale: “best of three”; Finale: “best of five”

Die PO-Halbfinals können – in Abhängigkeit der Teilnahme deutscher Vereine an den Endrunden der CEV-Wettbewerbe – auf den Modus „best of five” erweitert werden. Eine Entscheidung hierüber wird spätestens am 16. März 2020 getroffen.

Der letzte der Hauptrunde steigt in die 2. Bundesliga ab. Da Platz 12 nicht besetzt ist, gibt es nur einen Absteiger.

Zur Saison 2020/21 steigen die beiden Meister der 2. Bundesligen in die 1. Bundesliga auf.

Volleyball Bundesliga
2006 wurde die Deutsche Volleyball-Liga (DVL) als eigenständiger Ligaverband innerhalb des DVV gegründet. Die Entwicklung der Volleyball Bundesliga konnte seitdem noch intensiver vorangetrieben werden. Im August 2014 wurde aus der DVL die Volleyball Bundesliga (VBL) mit einem hauptamtlichen Kompetenzzentrum in Berlin. Seitdem gehen die Vereine unter dem Motto „Home of Respect“ aufs Feld. Mit aktuell 76 Vereinen ist die VBL der größte Ligaverband unter den Spielsportarten.

Weitere Infos unter: www.volleyball-bundesliga.de