Die Volleyball Bundesliga: Home of Respect

Emotionen, Eleganz, Präzision, Power, Dynamik: Volleyball ist ein hochattraktiver, sehenswerter Mannschaftssport. In der deutschen Volleyball Bundesliga werden Werte wie Respekt und Gemeinschaft tatsächlich gelebt und sind in allen Hallen spürbar. Ihre Anziehungskraft speist sich aber auch aus der zunehmenden Professionalität der Liga, ist SSC-Chefcoach Felix Koslowski sicher:

„Die Liga wird immer anspruchsvoller, hat sich qualitativ gut entwickelt. Bei den Frauen spielen inzwischen locker sechs Teams vorn mit, das macht sie interessant und spannend. Wir sind zwar nicht die Türkei oder Italien, aber es gibt immer drei, vier deutsche Teams wie den SSC, die auch in europäischen Wettbewerben lange mitmischen. Noch vor wenigen Jahren war es praktisch undenkbar, dass eine Spielerin aus Deutschland nach Italien, in die Türkei, nach Asien wechselte. Inzwischen passiert das jedes Jahr. Das ist auch eine Wertschätzung unserer Liga und unserer immer intensiveren, komplexeren Arbeit.“

Alle Bundesliga-Spiele des SSC Palmberg Schwerin in der Saison 2018/19 finden sich hier im Überblick.

Das sind die Herausforderer

Als Meister und Supercup-Gewinner 2018 geht der SSC Palmberg Schwerin erneut als Titelaspirant in die Saison 2018/19 – und als Favorit, sagt SSC-Scout Olaf Garbe. Der Mann mit dem unbestechlichen Blick auf alle Schwächen und Stärken prognostiziert, wer der nunmehr elf Gegner den Schwerinerinnen im Kampf um Cup, Pokal und Titel gefährlich werden kann:

Allianz MTV Stuttgart

Stuttgart mit Trainer Giannis Athanasopoulos und Kapitänin van Daelen nimmt zum fünften Mal Anlauf auf die Meisterschaft – und wird einmal mehr der stärkste Titelkonkurrent sein. Krystal Rivers, Top-Scorerin der französischen Liga, Nationalspielerin Jana-Franziska Poll und die Amerikanerin Sarah Wilhite auf Außen kompensieren die Abgänge Mlejnkova und Daalderop; Tapp, McCage, Pissinato, Sándor und Schäfer blieben. Entscheidend wird, wie die jungen Pia Kästner und Ex-Dresdnerin Madison Bugg die Regie ausfüllen können. Auch Libera Annie Cesar muss sich beweisen.

Dresdner SC

Die starke Mitte des Teams von Alexander Waibl konnte mit Ivana Mrdak (SRB) und Saša Planinšec (SLO) gehalten werden. Im Außenangriff hat man sich mit Nationalspielerin Lena Stigrot aus Vilsbiburg und mit der Rumänin Nikola Radosova verstärkt. Ob sich mit ihnen und Neu-Libera Amanda Benson die Annahme, Achillesferse in der entscheidenden Phase der Vorsaison, stabilisiert, muss sich zeigen; ebenso, wie Top-Scorerin Piia Korhonen (Diagonal) ihre monatelange Verletzungspause weggesteckt hat.

USC Münster

Bleibt das Verletzungspech der letzten Saison diesmal aus, könnte der USC mit Teun Buijs zur Überraschungsmannschaft 2018/19 werden. Das Team der Vorsaison um die erfahrenen Mareike Hinrichsen (Z) und Lisa Thomsen (L) sowie Außen Ivana Vanjak plus die Nachwuchs-Auswahlspielerinnen Lina Alsmeier (U) und Luisa Keller (AA) konnte gehalten werden. Mit Linda Bock stieß Deutschlands größtes Libera-Talent dazu. Urgestein Ines Bathen (Karriereende) wird der Liga fehlen.

Ladies in Black Aachen

Klein, aber fein – das trifft auf den nahezu komplett neuen Kader von Saskia von Hintum zu. Zum verbliebenen Duo Kirsten Knip (L) und Nicole Oude Luttikhuis (AA) stießen u. a. Denise Imoudu (Z) und Lisa Gründing (MB) (beide Nationalspielerinnen, beide aus Potsdam) die starke Blockerin Krista DeGeest aus Suhl, Außenangriff Marrit Jasper aus Dresden und auf Diagonal die Amerikanerin Taylor Agost, die auch andere Bundesligisten gern gehabt hätten. Es mag etwas dauern, bis das Team harmoniert, aber das Halbfinale ist drin.

VC Wiesbaden

Der Pokalvize 2018 ging nach einer starken Saison durch einen hürdenreichen Umbruch. Auf Diagonal musste der avisierte Drewniok-Ersatz Holly Toliver nach Auffälligkeiten im medizinischen Test passen – jetzt steht hier die 2-Meter-Frau Jennifer Hamson (USA). Für die verletzte Mittelblockerin Simona Kóšová holte man noch die ehemalige slowenische Nationalspielerin Valentina Zaloznik nach. Um die Nachfolge von Zuspielerin Irina Kemmsies konkurrieren Nynke Oud (NED) und Morgan Bergren (USA). Auf Außen kann Trainer Dirk Groß dank Karolina Bednarova, Tanja Großer und Sina Fuchs auf Stabilität setzen, unterstützt von USA-Rückkehrerin Nele Barber.

SC Potsdam

Chefcoach Davide Carli musste sieben Abgänge inklusive wichtiger Teamstützen (Imoudo, Dreblow, Kecman, Svobodnikova) hinnehmen. Top-Scorerin Marta Drpa blieb allerdings, ebenso die Angreiferinnen Antonia Stautz und Anne Hölzig. Beachtenswerte Neuzugänge sind Mittelblockerin Nia Grant (früher Stuttgart), Angreiferin Eva Hodonová (aus Dresden) und im Zuspiel die Ex-Schwerinerin Lexi Dannemiller. Der Stammsechser ist stark, muss aber ohne Verletzungen durchkommen. Auf der Bank warten einige Nachwuchsspielerinnen.

Rote Raben Vilsbiburg

Unter den sieben Abgängen verließ mit Lena Stigrot ein Raben-Urgestein das Nest Richtung Dresden. Dafür kam von dort Libera Myrthe Schoot (NED) zurück an ihre frühere Wirkungsstätte. Der Mittelblock ist mit den Auswahlspielerinnen Jennifer Pettke und Leonie Schwertmann eine feste Größe. Ausschlaggebend für den Erfolg der Saison wird sein, wie gut es Trainer Timo Lippuner gelingt, die jungen Talente wie Vanessa Agbortabi (AA), Corina Glaab (Z) oder Iris Scholten (D, NED) einzubinden.

VfB Suhl Lotto Thüringen

Um Kapitänin Claudia Steger haben die Thüringer ein interessantes neues Team aufgebaut. Bekannteste Größe unter den Neuverpflichtungen ist die kroatische National-Libera Rene Sain, neben der Trainer Mateusz Zarczynski mit Sophie Tauchert auch ein Suhler Eigengewächs erstmals Bundesliga-Luft schnuppern lässt. Sportliches Ziel ist sicherlich Platz 8 und damit das Erreichen der Playoffs. Das wichtigste Detail der neuen Saison in Suhl ist allerdings die Fertigstellung der umgebauten Wolfsgrube als Heimspielstätte.

Schwarz-Weiss Erfurt

Für Trainer Jonas Kronseder geht es in Erfurt in die zweite Saison. Nachdem man in den letzten zwei Jahren jeweils sportlich abgestiegen war, versucht man weiterhin, sich in der Bundesliga zu etablieren. Mit Blick auf den kleinen 10-er Kader ist klar, dass wohl auch diesmal der Kampf gegen den Abstieg im Fokus stehen wird. Mit der erfahrenen Zuspielerin Clarisa Sagardia kam die Stammzuspielerin der argentinischen Nationalmannschaft aus Vilsbiburg nach Erfurt. Ex-Schwerinerin Sabrina Krause erhofft sich im Block mehr Einsatzzeiten neben Emily Thater und Wivian Gadelha de Souza.

NawaRo Straubing

Nach einem Jahr zweite Liga und dem zweiten Platz in der Südstaffel macht man in Straubing einen weiteren Versuch in der höchsten Spielklasse. Der sehr engagierte Coach Benedikt Frank stellte einen Kader vornehmlich mit jungen deutschen Spielerinnen (Neuhaus, Wenzel, Stöhr) zusammen, die in ihren vorherigen Vereinen nur selten zum Zuge kamen. Mit Nationalspielerin Lisa Izquierdo im Angriff gelang dem Bundesliga-Rückkehrer die spektakulärste Neuverpflichtung. Die junge Sophie Dreblow bekommt nach einer durchwachsenen Saison in Potsdam eine weitere Chance als Stamm-Libera.

VCO Berlin

Manuel Hartmann, zuletzt Co-Trainer in Schwerin, hat nun als Bundestrainer der Junioren gleichzeitig den Chefcoach-Posten beim VCO Berlin inne. Seine Aufgabe: die Nachwuchselite Erfahrungen in der ersten Bundesliga sammeln lassen, die Etablierten hier und da auch mal zu ärgern – und dabei Spaß am Profisport zu vermitteln. Aus Schwerin ist auch Angreiferin Alexa Kaminski in die Hauptstadt gewechselt.

Der Spielmodus der ersten Volleyball Bundesliga

Alle teilnehmenden Mannschaften tragen vom 31. Oktober 2018 bis zum 23. März 2019 zunächst eine Hauptrunde mit Hin- und Rückspiel aus.

In den anschließenden Playoffs haben im Viertelfinale (Platzziffern 1-8; 2-7; 3-6; 4-5) die besser platzierten Mannschaften nach der Hauptrunde zunächst Heimrecht. Die Spielpaarungen für das Halbfinale (Platzziffern 1-4; 2-3) und Finale (Platzziffern 1-2) ergeben sich ebenfalls aus den Platzierungen nach der Hauptrunde. Der Sieger der Playoffs ist Deutscher Meister.
Die Playoffs werden in folgendem Modus gespielt:
Viertelfinale: „best of three“; Halbfinale: „best of three“; Finale: „best of five“

Der letzte der Hauptrunde steigt in die 2. Bundesliga ab. Da Platz 12 nicht besetzt ist, gibt es nur einen Absteiger. Die mit Sonderspielrecht ausgestattete Nachwuchsmannschaft des VC Olympia Berlin ist von der Wertung ausgenommen.

Zur Saison 2019/20 steigen die beiden Meister der 2. Bundesligen in die 1. Bundesliga auf.

Volleyball Bundesliga
2006 wurde die Deutsche Volleyball-Liga (DVL) als eigenständiger Ligaverband innerhalb des DVV gegründet. Die Entwicklung der Volleyball Bundesliga konnte seitdem noch intensiver vorangetrieben werden. Im August 2014 wurde aus der DVL die Volleyball Bundesliga (VBL) mit einem hauptamtlichen Kompetenzzentrum in Berlin. Seitdem gehen die Vereine unter dem Motto „Home of Respect“ aufs Feld. Mit aktuell 76 Vereinen ist die VBL der größte Ligaverband unter den Spielsportarten.

Weitere Infos unter: www.volleyball-bundesliga.de